(K)ein Blender!

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David gegen Goliath?

David gegen Goliath - ist grösser unbedingt besser?

[Trigami-Review]Als vor wenigen Tagen meine neue Taschenlampe ins Haus flatterte, wollte ich noch einen Vergleich meiner ca. 3 Jahre alten MagLite und dem neuen LED LENSER P7 schreiben.Es stellte sich aber heraus, das ich dann Äpfel mit Birnen vergleichen würde, so unterschiedlich wären die Ergebnisse.

Schon direkt beim Auspacken war ich positiv überrascht: Keine billiges zugeschweisstes Plastik, das man nur mit grösster Mühe öffnen kann, sondern ein elegantes schwarzes Schächtelchen, in dem sich das ebenfalls schicke schwarze Aluminium-Stäbchen hervorragend präsentierte.

Hübsch verpackt! Die Lampe in der Verpackung und mitgelieferte Tasche und Tragekordel

Hübsch verpackt! Die Lampe in der Verpackung, mitgelieferte Gürteltasche und Tragekordel

Nach dem Einlegen der (mitgelieferten) 4 Batterien in den „Powertank“ und dem ersten Einschalten war ich begeistert, ein gleichmässig heller weisser Kreis erleuchtete die Wand meines Wohnzimmers, mein mit Batterien um das viereinhalbfache schwererer „Schlagstock“ aus den Staaten konnte daneben nur ein ungleichmässig, nahezu gelbes Oval mit ihrer Glühbirne erzeugen.

Etwas ungewohnt war für mich zum Einen, das der Schalter sich „unten“, also auf dem Batteriedeckel befindet. Aber daran gewöhnt man sich schnell, die Lampe lässt sich auf Grund ihrer geringen Länge immer noch mit einer Hand bedienen.
Gewöhnungsbedürftig ist aber auch das Fokussieren des Lichtkegels, hier hilft kein Drehen, sondern ein Schieben des Reflektors. Der Hersteller verkauft dieses System als „SpeedFocus„, ein wirklich passender Name, nach kürzester Gewöhnungszeit kann man mit einem Finger (oder Daumen 😉 ) präzise fokussieren, bei meiner alten MagLite musste ich immer 2 Hände gebrauchen.

Die Batterien werden in den bereits erwähnten Powertank eingelegt, ich habe zuerst überlegt, warum dieses zusätzliche Teil. Nach dem Lesen der Bedienungsanleitung war mir aber klar, das hier nicht sinnlos entwickelt worden ist. Zum Einen schützt der Powertank die Aluminiumröhre vor eventuell austretenden Gasen der Batterien, zum Anderen sitzt aber auch der Schalter mit auf dem Batterienhalter. Da mechanische Teile meistens die Teile eines Gerätes sind, die am schnellsten Verschleissen, hat man hier jetzt die Möglichkeit, ein Austausch-Powertank zu bestellen und hat somit wieder einen neuen Schalter. Ein Punkt mehr für die P7, das Prinzip der Austauschbarkeit ist übrigens hier bei allen Einzelteilen gegeben. Die Umwelt wird sich bedanken, mein Geldbeutel wohl auch.

Nach dem ersten Tests im Wohnzimmer ging es raus in die Dunkelheit – natürlich mit unseren Hunden. Auch hier konnte die P7 mal wieder ihr Können unter Beweis stellen, die MagLite wirkte wie eine Funzel im Vergleich. Auch auf etwas grösserer Entfernung konnte ich unsere Hunde noch komplett beleuchten und nicht nur die reflektierenden Netzhäute auf schwarzem Hintergrund.
Der LED LENSER lässt übrigens seine Umgebung in 3 unterschiedlichen Helligkeitsstufen erleuchten, einmal eine energiesparende 15%ige, dann die schon sehr helle 100%-Stufe und per zusätzlichem Tastendruck sogar kurze 130%-Impulse, mit denen laut Beschreibung Polizisten eventuelle Angreifer kurzzeitig blenden können. Nun ja, ich hoffe, das werde ich nicht benötigen. Zweibrueder taufte diese Technik „Dynamic Switch„.
Die energiesparende Stufe ist zwar eindeutig dunkler, aber noch völlig ausreichend um den Weg um die eigenen Füsse auszuleuchten, somit für längere Gassi-Touren nachts geeignet.

Reflektoren eines Nachtcaches - Links bei kleiner, rechts bei grosser Leistung und fast nicht mehr zu erkennen.

Reflektoren eines Nachtcaches - Links bei kleiner, rechts bei grosser Leistung und fast nicht mehr zu erkennen.

Auf einem Nachtcache konnte sich die Lampe ebenfalls schon beweisen, wenn ich auch hier bemerkte, das teilweise die Helligkeit auch Nachteile haben kann – Reflektoren wurden überstrahlt und man erkannte sie erst auf den zweiten Blick. Dieses Problem liess sich aber ebenfalls exzellent mit der eingebauten Energiesparstufe der Lampe lösen, bei 15%iger Leistung hebten sich die Reflektoren viel mehr vom Hintergrund ab und wurden dank der Gleichmässigkeit des Lichtkegels auch in dessen Randbereichen klar sichtbar.

Einziges Manko ist aus meiner Sicht die mitgelieferte Gürteltasche, die noch verbesserungswürdig ist.
Der Stoff der Tasche ist sehr dick und stabil, durchaus verständlich, aber macht die kleine P7 schon sehr wuchtig. An der Tasche ist ein kleiner handelsüblicher Karabinerhaken befestigt, aber leider ist dieser entweder zu klein oder hätte an einer eigenen Lasche befestigt werden können, so ist dieser zu unflexibel. Und die mitgelieferte Handschlaufe der P7 lässt sich zwar durch ein Loch am Boden der Tasche ziehen, ist aber etwas „Gefrickel“ notwendig, mit kalten und steifen Händen eine Geduldsprobe.
Apropos Handschlaufe: Diese ist zwar relativ Stabil, aber ob der kleine Faden zur Befestigung an der Lampe wirklich stabil ist und nicht irgendwann reisst, muss sich erst noch herausstellen. Ich würde einem kleinen Karabinerhaken an dieser Stelle mehr Vertrauen schenken.

Die beiliegende Imagebroschüre des deutschen Herstellers Zweibrueder las sich wie ein Märchen: Die Solinger Brüder Harald und Rainer Opolka bastelten Mitte der neunziger Jahre in ihrer Garagenwerkstatt mit gerade mal 1000 DM Unternehmenskapital ihre erste LED-Taschenlampe zusammen und vermarkteten diese mit grossem Erfolg. Die V8 ist mit mehreren Designpreisen ausgezeichnet worden und entwickelte sich in kurzer Zeit zur meistverkauften LED-Metalltaschenlampe der Welt. Und das in Deutschland, das ist keine „Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär“-Geschichte aus den Staaten.

Meine Frau mit unseren Hunden - alles glänzt :-)

Meine Frau mit unseren Hunden - alles glänzt im Licht :-)

Mein Fazit: Im Kampf David gegen Goliath konnte das deutsche Produkt klar überzeugen:

  • die Leuchtkraft ist um Längen besser,
  • das Leichtgewicht ist viel handlicher und lässt sich mit einer Hand komplett bedienen,
  • die Gleichmässigkeit der Ausleuchtung ist erstaunlich, Reflektoren strahlen auch im Randbereich des Lichtkegels,
  • 4 Micro (AAA) anstelle von 4 Mono-Zellen (D) sind nicht nur leichter, sondern auch umweltfreundlicher,
  • und ganz nebenbei: einen Schlagstock brauche ich zur Verteidigung nicht!

Die P7 hat mich wirklich überzeugt, ich bin begeistert. Der Käufer wird nicht mit falschen Tatsachen, sondern (bei falscher Bedienung 😉 ) mit Licht geblendet!

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